Um sich mit diesem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen, müssen zuerst die beiden Betrachtungsweisen der Bedeutung von «Wasserbeständigkeit» beleuchtet werden. Beide beziehen sich auf je einen spezifischen Aspekt und haben einen Einfluss auf das Endresultat des Produkts:
Der Vorgang des «Weiss‑Anlaufens», der durch die Einlagerung von Wassermolekülen in den Klebefilm ausgelöst wird (siehe Abb. 1 mit einer Weissfärbung, die an einem Schaufenster sichtbar ist). Dieses Phänomen stellt eine visuelle Beeinträchtigung dar und ist von besonderer Bedeutung bei Sichtanwendungen wie zum Beispiel dem «No Label Look» oder bei graphischen Schutzfolien bzw. Schutzlaminaten.
Die Wasserbeständigkeit ist von der Verbundfestigkeit des Klebebandes im verklebten Zustand beim Einwirken von Wasser bzw. Feuchtigkeit abhängig. Bei vielen technischen Anwendungen ist es nicht von Bedeutung, ob ein Klebefilm sich verfärbt. Die Verbundfestigkeit zwischen den verklebten Substraten ist der ausschlaggebende Faktor.
Wir möchten gleich zu Beginn deutlich machen, dass die Substratart, auf die die selbstklebende Folie aufgebracht wird, eine wichtige Rolle spielt. Die physikalischen Eigenschaften eines Substrats, seine Oberflächenrauigkeit, Porosität oder Polarität sind wichtige Faktoren, die einen Einfluss auf die Verbundfestigkeit haben. Eine Polymerfolie kann bei Wasserlagerung bis zu 30 Gewichtsprozent Wasser aufnehmen. Ein Material, das stark Feuchtigkeit aufsaugt, wie zum Beispiel die Foliendeckschicht für mit Tintenstrahl bedruckbare Materialien, zieht extrem leicht Wasser in die Grenzschicht von Klebefilm und Substrat ein. Die Herausforderung der Wasserbeständigkeit ist im Grunde die gleiche, da sie mit der Verbundstärke des Klebestoffs zusammenhängt, egal ob das Klebesystem wasser‑ oder lösemittelbasiert ist.
ATP ist der perfekte Partner für Ihre Innovationen. Wir unterstützen Sie mit unserem Forschungs- und Entwicklungscenter und bieten Ihnen die Möglichkeit, dort Tests gemäss Ihren Anforderungen durchzuführen.
| Neue ATP-Generation N/25 mm | Neue ATP-Generation N/25 mm | |
|---|---|---|
| Trennkraft einer Polyamidfolie nach einer Wasserlagerung (24 h) | 1.9 | 20.3 |
Wenn wir nun das Kriterium «weiss anlaufen» untersuchen, müssen wir erst einmal den Unterschied zwischen einem wasserbasierten und einem lösemittelhaltigen Klebesystem verstehen. Die Klebefilme beider Systeme bestehen aus Acrylatpolymeren oder Acrylatcopolymeren, die mit den für Haftklebstoffe üblichen Monomeren wie z. B. Butylacrylat oder 2-Ethylhexylacrylat hergestellt wurden. Bis hierhin sind beide Klebefilme gleich. Deshalb wird argumentiert, dass der Unterschied in den Additiven liegt. Gemeint sind die Emulgatoren, die für die Herstellung von wässrigen Polymerdispersionen benötigt werden.
Diese Emulgatoren sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, zwei nicht miteinander mischbare Komponenten, wie zum Beispiel Wasser und Öl, miteinander zu vermengen und zu stabilisieren. Eingehende Untersuchungen in den vergangenen zwei Jahren haben jedoch gezeigt, dass die Film- und Beschichtungsprozessqualität einen wesentlich grösseren Einfluss auf das Weissfärbungsverhalten eines Haftklebefilms hat als die Emulgatoren. Wir bei ATP haben diese Erkenntnisse genutzt und mit unseren Rohstofflieferanten Haftklebefilme entwickelt, welche es mit der Leistung lösemittelbasierter Klebstoffe in Bezug auf die Weissfärbung durch Wasser aufnehmen können.
Tatsächlich schreitet diese Entwicklung wasserbasierter Klebesysteme mit hoher Verbundfestigkeit und ausgezeichnetem Weissfärbungsverhalten schnell voran. Wir haben inzwischen wasserbasierte Klebesysteme, die selbst nach mehreren Tagen der Wasserlagerung noch keine optischen Veränderungen zeigen und sich nicht ablösen. Diese Eigenschaften konnte ATP auf grafische Produkte ausdehnen, für die Wasserbeständigkeit essenziell ist, wie zum Beispiel Schutzlaminate, die auch für Aussenanwendungen bestimmt sind.
Die Abbildungen zeigen unsere Klebesysteme, nachdem sie 24 Stunden lang vollständig in Wasser gelagert wurden. Während die beiden Klebefilme auf der linken Seite beide Weissfärbungserscheinungen und eine geringere Haftung aufweisen, sind bei unserem neu entwickelten Klebefilm auf der rechten Seite weder Weissfärbungseffekte noch Einschränkungen in der Haftung aufgetreten.
- Schutz der Gesundheit und der Umwelt vor Risiken, die von chemischen Stoffen ausgehen
- Entwicklung alternativer Methoden zur Prüfung der Gefährlichkeit von Stoffen
- Gewährleistung des freien Binnenverkehrs betroffener Produkte innerhalb der EU
Um dies zu gewährleisten, werden Produkte in eine der folgenden Gruppen eingeteilt:
-
Hersteller (Herstellung in EU) -
Importeur (importiert Produkt in die EU) -
nachgeschalteter Anwender (verwendet Produkt zur Herstellung seiner Produkte) -
Händler (lagert und bringt in Verkehr; gilt auch für Einzelhändler)
Jeder Akteur muss den Informationsfluss über die sichere Handhabung eines Produktes am Knotenpunkt zum darauffolgenden Akteur sicherstellen. Um die Ziele zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu erreichen, werden besonders besorgniserregende Stoffe (Substances of Very High Concern, SVHC) identifiziert und auf der sogenannten Kandidatenliste erfasst. Diese wird ständig aktualisiert. Genannte Substanzen werden nicht von der Kandidatenliste entfernt und werden im Normalfall in Anhang XIV der zulassungspflichtigen Stoffe übertragen.
Es gibt Massnahmen, die Druckempfindlichkeit auslösen können:
- die Sanktionierung von Vergehen gegen die REACH-Verordnung (hohe Geld- bzw. Freiheitsstrafen je nach Vergehen)
- die Meldepflicht an die ECHA von Stoffen in der Kandidatenliste, wenn ein Hersteller diese in einer Menge von mehr als 1 t/a verwendet
- die erste Inanspruchnahme eines Auskunftsrechts eines Kunden über SVHCs in einem von ihm gekauften Artikel. Nach Art. 33 Abs. 2 muss dem Verbraucher innerhalb von 45 Tagen die Information zugehen, ob in dem Artikel ein SVHC vorhanden ist.
ATP stellt eine Reihe neuer emissionsarmer Klebesysteme vor, die in folgenden Automobilinnenanwendungen Verwendung finden:
- Schalldämmung und Isolierung
- Abdichtung
- elektronische Sensoren und Bauteile
- dekorative Innenraumauskleidungen
- Türinnenverkleidungen
- Dachverkleidungen
Jeder Akteur muss den Informationsfluss über die sichere Handhabung eines Produktes am Knotenpunkt zum darauffolgenden Akteur sicherstellen. Um die Ziele zum Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt zu erreichen, werden besonders besorgniserregende Stoffe (Substances of Very High Concern, SVHC) identifiziert und auf der sogenannten Kandidatenliste erfasst. Diese wird ständig aktualisiert. Genannte Substanzen werden nicht von der Kandidatenliste entfernt und werden im Normalfall in Anhang XIV der zulassungspflichtigen Stoffe übertragen.
Typische Substratverbindungen von ATPs Klebebändern umfassen unter anderem:
- Kunststoffe, wie ABS, PC, PP, PE und PVC
- Metalle, lackierte und pulverbeschichtete Substrate
- Textilien und Stoffe
- Schaum-Trägerstoffe, wie PU, PE, PVC, PVC/Nitril, EPDM, Neopren
Zusätzlich hat ATP im Juli 2014 eine neue Grossinvestition von etwa 20 Mio. € für den Produktionsstandort in Mihla/Buchenau angekündigt. Dieser Neubau lässt eine Produktions- und Lagerhalle von 12.000 m² Nutzfläche mit dazugehörigem 860-m²-Bürokomplex entstehen. Das Herzstück der neuen Produktionshalle wird die neue 70 m lange hochmoderne Beschichtungsanlage, die aufgrund ihres Sauberkeitskonzeptes die Herstellung von Klebebändern für Anwendungen ermöglicht, bei denen es nicht nur auf das Kleben, sondern vielmehr auf die optische Qualität ankommt. Geschäftsführer Daniel Heini erklärte: «Mit der neuen Produktionsstätte werden zwischen 50 und 60 neue Jobs für hochqualifizierte Arbeitskräfte geschaffen. Zusätzlich wird ATP weiterhin Ausbildungsplätze für Berufseinsteiger anbieten.» Jedes Jahr vergibt das Unternehmen Ausbildungsplätze in verschiedenen Bereichen wie Labor, Engineering, Lager, Logistik sowie Sales und Service.